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Rosenblüten und Rosenwasser - Rezepte

Ein Beitrag von Martina Nell, verfasst am 19.06.2010, 19:01 Uhr.

Mit etwas Zeitverzögerung dieses Jahr beginnt nun die Rosenblüte. In den schönsten Farben von schneeweiß bis dunkelviolett leuchtet uns die sogenannte "Königin der Blumen" entgegen. Diesen Namen erhielt sie übrigens im 7. Jahrhundert vor Christus von der griechischen Dichterin Sappho. Allerdings ähnelten die damaligen Blüten noch lange nicht unseren heutigen zahlreichen Züchtungen. Die Wildrosen hatten einfach gefüllte Blüten und ausschließlich in weiß oder rosa, so wie die Heckenrose oder Hundsrose.

Erst nach Christi Geburt begannen die ersten bekannten Züchtungen. Die nun mit Öfterblütigkeit und niedrigem Wuchs ausgestatteten China-Rosen verbreiteten sich nach Europa, wo sie unter Karl dem Großen wiederentdeckt und als Heilpflanze angebaut wurden. Die Blumenpracht, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Blütenfarben wie rot, gelb, orange und violett entstanden.

Eine Rose besitzt fünf Petalen genannte Blütenblätter und bis zu einhundert Staubblätter. Wenn diese mit Pollen belegt sind, erscheinen sie gelblich. Die Wildrosen zeigen uns die ursprüngliche einfache Blütenform. Durch Züchtung wurden die Staubgefäße nach und nach in Blütenblätter umgewandelt.

Wer Bienen und andere Insekten liebt, sollte bevorzugt Wildrosen oder halbgefüllte wählen. Die Natur hat Blumen mit reichlich Staubgefäßen ausgestattet, die den Nektar beinhalten. Durch die Umzüchtung zu Blütenblättern haben gefüllte Sorten geringere ökologische Bedeutung. Wer Wildrosen pflanzt, verzichtet gerne auf sterile Ordnung zugunsten eines ausgewogenen Naturkreislaufs. Die Läuse dürfen ebenso leben wie die Wespen und Schmetterlinge. Voraussetzung ist ein gemäßigter Schnitt und natürlich das Tabu von Pflanzenschutzmitteln.

Doch auch Zuchtrosen können dieses alles bieten, sofern sie noch einige wenige Staubgefäße besitzen. Durch ihre häufige Öfterblütigkeit bescheren sie uns sogar monatelang den Rosengenuß.

Rosenöl und -wasser haben in Persien eine lange Tradition. Schon Homer berichtet, wie Aphrodite Achilles' Leichnam mit Rosenöl eingerieben hat. Kleopatra soll darin gebadet haben.

Die liebesanregende Wirkung von Rosenparfum ist unumstritten. Die Römer verstreuten bei ihren Festen verschwenderisch Rosenblüten, für die eigens riesige Anbauflächen mit gefüllten Formen der Essig-Rose kultiviert wurden. Kaiser Nero ließ übrigens bei seinen Orgien enorme Mengen Rosenblüten auf seine Gäste regnen!

Diese Wildsorte galt in ihrer halbgefüllten Art "rosa gallica officinalis" im Mittelalter als Apotheker-Pflanze. Aus ihr stellte man Rosenöle, -salben und -wasser her, welche auch Hildegard von Bingen als Heilmittel empfahl.

Sehr oft werde ich gefragt, wie man Rosenwasser herstellt beziehungsweise die duftenden Rosenblüten in der Küche verwerten kann.

Die Gewinnung von Rosenöl ist ein aufwendiger Vorgang, bei dem die Duftstoffe unter Zuhilfenahme von Fetten extrahiert werden. Bei der Parfumherstellung wird das ätherische Öl aus den Blütenblättern der "rosa centifolia" und "rosa damascens" gewonnen. Sozusagen als Nebenprodukt entsteht dabei durch Wasserdampfdestillation Rosenwasser als Hydrolysat, welches Verwendung in der Kosmetikindustrie in Gesichtscremes oder Shampoos findet.

Für den Hausgebrauch empfehle ich eine einfachere Variante:
Rosenblüten können frisch als Zusatz zu Tees, Torten, Puddingen, Saucen oder Konfitüren gegeben werden. Die Blütenblätter dafür klein schneiden und bedenkenlos der Speise zufügen. Einzige Bedingung ist ein schöner Wuchsstandort fernab von vielbefahrenen Straßen, Mobilfunkanlagen, Industrie und natürlich dürfen sie nicht gespritzt sein.

Rosenblüten lassen sich auch hervorragend trocknen. Wer auf Mondphasen achtet, sollte sie 3-5 Tage vor Neu- beziehungsweise Vollmond ernten. Ihre meisten Kräfte enthalten sie morgens, kurz nachdem die Sonne den Tau getrocknet hat, und bevor sich die Blüten öffnen, also vorzugsweise als Knospe, sozusagen jungfräulich! Man kann auch die Pflanze fragen, welche Blüte sie empfiehlt, einen Augenblick warten, bis sie ihre Energie noch einmal hineingibt und sie erst dann pflücken. Und selbstverständlich gehört ein abschließendes "Danke" dazu!

Bei sachgemäßer Lagerung lassen sich die getrockneten Rosenblüten bis zur nächsten Saison Tees hinzufügen oder kurz in Wasser eingeweicht wie die frischen verwenden. Auch als Potpourris sind sie dankbar.

Wer sein eigenes Rosenwasser herstellen möchte, sollte die Blüten mindestens zwei Stunden in einem qualitativ hochwertigen Wasser in der Sonne stehen lassen. Das Produkt entweder sofort aufbrauchen oder zur Haltbarkeit mit Alkohol versetzen. Die Gefriertruhe ist ebenfalls geeignet.

Wenn ich Belower Rosenwasser herstelle, arbeite ich immer mit der Geistebene aus dem Naturreich zusammen. Ich bitte den sogenannten Rosendeva, die heilenden, harmonisierenden und kräftigenden Schwingungen dieser Blütenblätter in voller Kraft in das Wasser übergehen zu lassen. Eine Kundin sagte einmal, es seien keine Rosenwasser, sondern Naturwesenessenzen. Das Ergebnis ist ein überragendes Produkt im Hinblick auf die gespeicherte Information, wird meistens in der Naturheilkunde benutzt. Wer einfach seiner Geburtstagstorte ein wenig Rosenaroma beifügen möchte, kann auch ohne diesen bewußten Kontakt die Blüten pflücken und ins Wasser legen. Bei Duftrosen entsteht in jedem Fall ein lieblicher Geschmack!

Zum Abschluss noch ein Tipp für den Herbst: Auch die Früchte der Rosen, die Hagebutten, lassen sich in der Küche verwerten. Sie enthalten nicht nur reichlich Vitamin C, K, P und das Provitamin A, sondern ebenso Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Sie gelten speziell im Winter als Vitamin C-Quelle schlechthin.

Für die Verarbeitung sollte das Fruchtfleisch entkernt und in Wasser oder Wein eingeweicht und anschließend aufgekocht, kleingeschnitten oder püriert werden. Die weichen Früchte streicht man durch ein Sieb und gewinnt so das Hagebuttenmark. Dieses kann je nach Wunsch süß mit Zucker zu Sirup, Kompott, Konfitüre und Likör oder herzhaft für Saucen und Chutneys verwendet werden.

Natürlich ist auch ein Hagebuttenaufguß als Tee möglich, welchen bereits Pfarrer Kneipp bei Blasen- und Nierenleiden sowie Rheuma und Gicht empfahl. Man ernetet sie am besten, wenn die Früchte voll ausgefärbt, aber noch hart sind.

Ich hoffe, Euch hier ein paar Anregungen gegeben zu haben. Wer sich die Mühe sparen will, dem empfehle ich die Belower Rosenwasser in 18 verschiedenen Sorten oder als bunten Blumenstrauß in der Sprühflasche.

Nun noch ein Gedicht:

Horch auf meine Klänge!
Im Wind singe ich Dir ein Lied
Es soll Dein Herz ergreifen
In bittrer Not den Halm Dir reichen
Und spenden Trost bei Trauer und Abschied.

Spür in meine Dornen!
Sie pieksen bis Deine Finger bluten
Setzen anderen Menschen Grenzen
Damit sie Dich nicht verletzen
Und wissen was sie Dir zumuten.

Riech' nun meine Düfte!
Sie betören Deine Sinne
Wollen Dich verführen
Ins Land der Wallküren
Mit Mühe nur hältst Du dann inne

Um meine Farben zu bewundern
Die Dich so absolut verzaubern!

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