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Erinnerungen an Atlantis - Martina Nell

Erinnerungen an Atlantis sind eine Art Autobiographie der besonderen Art. Der Leser wird eingeladen auf eine Entdeckungsreise der Autorin in ihre persönlichen Erfahrungen an den vor zweihunderttausend Jahren untergegangenen Kontinent Atlantis.
Als Quelle dient ihr Höheres Selbst, welches sämtliche Erinnerungen gespeichert hat, und diese in einem humorvollen Dialog preisgibt. Das Büchlein liest sich schmunzelnd und nachdenklich zugleich, zwischen Selbstironie und erstaunlichem Wissen.
In der Kultur-Hoch-Zeit von Atlantis haben Menschen Fähigkeiten genutzt, an die es sich lohnt, wieder anzuknüpfen. Dennoch steht fest: Der Kontinent ist Geschichte und wir befinden uns derzeit in einer anderen Epoche. Es gilt auch, aus vergangenen Fehlern zu lernen, um einen erneuten Untergang überflüssig zu machen.


Leseprobe:

Was war Atlantis?
Ein Kontinent, ungefähr so groß wie die Antarktis.
Was ist heute dort?
Wasser, der Atlantische Ozean, daher hat er seinen Namen.
Also liegt Atlantis zwischen Afrika und Amerika?
Ja und nein. Es ist nicht so, dass einfach ein Kontinent untergegangen ist. Das alles ist viele Jahrzehntausende her, die Erde sah ganz anders aus. Amerika gab es noch nicht. Durch die tektonische Plattenzusammenschiebung im Westen Amerikas wurde der Kontinent erst aus dem Wasser gehoben. Siehe die Anden und Rocky Mountains im Westen und das viel tiefer liegende Amazonasbecken im Osten. Dieser natürliche Vorgang wird sich fortsetzen. In absehbarer Zeit gibt es keinen Wasserweg mehr zwischen dem Nord- und dem Südkontinent.
Afrika ist viel älter, existierte schon zu unserer Zeit. Der Atlantische Ozean ist erst in der Folge durch Auseinanderdriften der Platten entstanden. Wenn du so willst, wurde Atlantis in der Mitte auseinander gerissen und versank nach und nach.

Kann man Atlantis in verschiedene Epochen unterteilen? In welche?
Atlantis umfasst einen Zeitraum von der Größenordnung 300.000 Jahren seit der Lösung von dem einstigen Urkontinent. Innerhalb dieser Zeit gab es sieben deutlich unterscheidbare Epochen. Sie dauerten im Schnitt 30.000 Jahre.
Was ist mit den fehlenden 90.000 Jahren?
Du denkst zu linear. Lies einmal die Genesis in der Bibel; demnach hat Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen. Glaubst du das wirklich? Was aus kosmischer Sicht sieben Tage sind, würdet ihr Menschen in Jahrmillionen beschreiben! Es geht nicht um Jahreszahlen. Niemand hat mit den Fingern geschnipst und ein fertiger Kontinent mit Bewohnern und Häusern darauf war plötzlich da! Es handelt sich um fließende Übergänge.
Die sieben Episoden beziehen sich auf Phasen der Kultur. Die berühmteste sogenannte Hoch-Zeit war tatsächlich die letzte bis zum Untergang. Doch auch der umfasste ungefähr 20.000 Jahre. Denk nicht immer so geradlinig! Genauso wenig wie ein Kontinent an einem Tag entsteht, verschwindet er an einem anderen. Das steht nur in der Bibel und ist metaphorisch gemeint.


[...]

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Mayas, Inkas, Azteken und Atlantis?
Interessant.
Ist das die einzige Antwort?
Wie viele Leben erinnerst du dort?
Also bewusst weiß ich von zweien bei den Inkas. Eines in Macchu Picchu und bei einem anderen wurden wir von den Spaniern verfolgt. Ich spüre immer noch die Wunde im Kopf, an der ich damals gestorben bin.
Okay. Das war lange nach Atlantis.
Wie alt sind die lateinamerikanischen Kulturen? Gibt es möglicherweise Überschneidungen mit Atlantis oder sind sie vielleicht Überreste davon?
Gewonnen. Ich wollte dich testen. Natürlich sind diese Kulturen in direktem Zusammenhang zu sehen. Doch bedenke: Die Kontinente sahen anders aus.
Bitte gib ein konkretes Beispiel.
Auch die heutigen Überreste der lateinamerikanischen Völker haben seit Atlantis viele Veränderungen erfahren. Am deutlichsten erkennst du die alte Kultur in dem ungeheuren Reichtum an Edelsteinen, Gold und Silber, den die Spanier bei ihrer Ankunft vorfanden. Sicher benutzten sie die Kristalle unter anderem als Zahlungsmittel, wie in Atlantis, weil sie um ihren energetischen Wert wussten. Die Eroberer sahen ausschließlich das Geld und die Habgier.
Es gibt eine weitere Erbschaft: Die Reiche der Inkas und Azteken waren ausgesprochen hierarchisch. Der König besaß eine herausragende Position und leitete das einfache Volk. So handhabten wir es ebenfalls in der Kultur-Hoch-Zeit von Atlantis. Jedoch auch Könige sind Menschen auf der Erde, um zu lernen.

Du meinst, der Untergang der Inkas hat Parallelen zu dem von Atlantis?
Selbstverständlich. Die Plattentektonik ist nur ein Aspekt. Mit einer Handvoll Schiffe und Soldaten gelang es den Europäern, ein ganzes Volk zu übermannen – rein logisch unmöglich. Es geschah, weil die letzten großen lateinamerikanischen Herrscher untereinander zerstritten waren. Statt in Weisheit ihr Volk zu führen und diese Bewährungsprobe lachend zu meistern, nahmen die Inka-Könige die Gefahr nicht ernst und konzentrierten sich auf interne Machtkämpfe.
Und das ist ähnlich wie in Atlantis?
Ja. Auch wir lebten das Prinzip des übermächtigen Regenten. Dem einfachen Volk wurde jegliche Fähigkeit aberkannt, aus sich heraus Göttlich zu sein. Eine Erleuchtung im erweiterten Sinn stand nur den Priestern oder Königen zu. Sie waren die Mittelsmänner (oder -Frauen) zum höheren Wissen. Und wenn diese ihren menschlichen Schwächen erlagen, wurde die ganze Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Ich erklärte dir bereits dein Karma als...
Ich weiß es inzwischen, brauchst du nicht dauernd zu wiederholen.
Du hast nach den Parallelen zu Lateinamerika gefragt.
Habe ich mich da auch als Herrscher daneben benommen?
Dieses Mal glücklicherweise nicht. Wir sind bewusst bei der nicht abzuwendenden Katastrophe durch die Spanier in einen einfachen Soldaten inkarniert.

[...]

Was ist der „Hohe Rat“ von Atlantis?
Hahaha! Du bist lustig! Bilde dir bloß nicht zu viel ein! Der „Hohe Rat“ ist auch nichts anderes als eine jetzige Bischofskonferenz. Sozusagen vom Höchsten gewählt und mit vermeintlich besseren Fähigkeiten ausgestattet als der gemeine Bürger! Ach, wenn ihr doch endlich aus der Geschichte lernen würdet!
Darf ich vermuten, dass du dich wieder einmal über mich beziehungsweise dich lustig machst?
Leider. Hochmut kommt vor dem Fall.
Das ist keine Antwort auf meine Frage.
Möchtest du so etwas: „Der von euch sogenannte ´Hohe Rat` sind ehemalige Hohepriester aus der Kultur-Hoch-Zeit von Atlantis. Sie hatten damals die Aufgabe, über die geistigen Geschicke der jeweiligen Bevölkerung zu wachen. Man traute ihnen zu, einen direkten Kontakt zu Gott zu haben und aus dieser Quelle mit Weisheit zu agieren.“
Einige Geistliche nahmen sich heraus, allwissend zu sein. Das ist enorm gefährlich! Für die heutige Zeit ist ein Aufstieg Aller vorgesehen. Selbst die jungen Seelen werden von ihren älteren Geschwistern an die Hand genommen. Hört endlich auf, in Klassen zu denken! Das Kaiserreich ist abgeschafft; die Monarchie hat der Demokratie Platz gemacht. Von der Kirche einmal abgesehen, haben die hierarchischen Strukturen in allen Gesellschaftsschichten unübersehbare Veränderungen erfahren. Nun fangt bloß nicht an, diese ausgerechnet in spirituellen Kreisen wieder aufzubauen!

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